Mit Fahrrädern in den Urlaub – Praxistest des Thule VeloCompact 926 / 927

7. August 2019

Mit Fahrrädern in den Urlaub – Praxistest des Thule VeloCompact 926 / 927

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Unser Praxistest des Thule VeloCompact 927 Fahrradträgers (inkl. der Zusatzschiene für ein viertes Fahrrad)

Ein vom Autodach fallendes Kinderfahrrad – das wäre bei unserem letzten Urlaub in Callantsoog beinahe passiert! Es wurde also Zeit für einen neuen Fahrradträger. Da Anna & Ich die Fahrräder lieber auf der Anhängerkupplung als auf dem Dach transportieren, entschieden wir uns für den VeloCompact von Thule und möchten euch von unseren Erfahrungen berichten.

Verwirrung mit der Modelbezeichnung

Bei unseren Recherchen haben wir dann bei Amazon den Thule VeloCompact 926 und 927 gefunden. Unterschied zwischen diesen beiden war aus unserer Sicht nur der Preis. Bei einer genaueren Suche wurde dann klar, das es sich bei dem 927 um die Europäische Version mit 7-poligem Stecker handelt (926 – Deutsche Version mit 13-poligem Stecker).

Eine Ersparnis von ungefähr 50€ kann man mit einem Adapter für etwas über 5€ schnell verrechnen. Daher haben wir uns für die günstigere Version 927 entschieden und direkt diesen Adapter mitbestellt.

Lieferung, Zusammenbau & Verarbeitung

Da wir den Fahrradträger bei Amazon bestellt haben war die Lieferung kein Problem, nach etwa 3 Tagen hatten wir das gute Stück zuhause. Geliefert wurde es, trotz des recht hohen Gewichts von 19 kg (dazu kam das zweite Paket mit der zusätzlichen Schiene für ein viertes Fahrrad – nochmal 2,8 kg) mit der Post.

Der Träger kommt fast komplett vormontiert, es muss nur noch mit etwas Kraft der Trägerbügel in die Halterung gesteckt werden und dann mit den mitgelieferten Schrauben und Knäufen fixiert werden. Am Ende mit dem mitgelieferten Schlüssel fest anziehen – fertig! Der Zusammenbau ist wirklich einfach und mit der gut bebilderten Anleitung kein Problem. Generell ist die Verarbeitung des Trägers sehr gut – hier gibt es nichts zur bemängeln.

Die zusätzliche Schiene für ein viertes Fahrrad, welche auf den schönen Namen „Thule VeloCompact 4th Bike Adapter 9261 For VeloCompact 926/927“ hört, schlägt nochmal mit ungefähr 120€ zu Buche. Ein stolzer Preis für eine „einfache“ zusätzliche Schiene und eine zusätzliche Klemme – aber als vierköpfige Familie…

Der Zusammenbau der Schiene ist etwas komplizierter als der des eigentlichen Trägers, aber auch dies ist mit etwas Geschick und dem mitgelieferten Werkzeug (ein Inbus und ein Ringschlüssel) in ungefähr 20-30 Minuten erledigt.

Wie so oft im Leben sollte man die Anleitung vorher ganz genau „lesen“. Im ersten Schritt muss der Schraubenkopf in die Schiene geschoben werden. Das habe ich leider beim ersten Zusammenbau übersehen.

Danach kann die ganze Schiene einfach auf den Träger aufgesetzt und festgeschraubt werden.

Montage & Demontage am Auto

Danach kam dann der erste Test den Träger auf der Anhängerkupplung anzubringen. Generell ist es kein Problem den Träger am Auto anzubringen – man schließt die Verriegelung auf und öffnet diese. Danach einfach auf den Kugelkopf der Anhängerkupplung aufsetzen und die Verriegelung runterdrücken.

Mit dieser Einstellschraube kann der Träger an den Kugelkopf angepasst werden und so richtig stramm verriegelt werden.
Mit dieser Einstellschraube kann der Träger an den Kugelkopf angepasst werden und so richtig stramm verriegelt werden.

Ich konnte jedoch bei unserem ersten Test den Hebel zum Verriegeln des Trägers sehr einfach runterdrücken und der Träger konnte nach rechts und links bewegt werden, was natürlich nicht sein darf. In der Anleitung findet man aber sofort die Lösung. Nachdem der Träger auf den Kugelkopf der Anhängerkupplung gesetzt wurde, kann man mit der Stellschraube unter dem Hebel die Größe für den Greifer (der den Kugelkopf umklammert) reduzieren und somit das ganze viel strammer festziehen!

Gerade in diesem Zusammenhang empfehlen wir euch, wenn möglich, zu zweit zu montieren. Den Träger waagerecht aufsetzen und halten, dann die Einstellschraube richtig einstellen und mit richtig viel Kraft den Hebel verriegeln, ist einfach zu zweit viel einfacher.

Fahrräder aufladen

Das Aufladen der Fahrräder ist relativ einfach. Als erstes zieht man die Rücklichter und äußeren Auflageflächen der Schienen nach außen. Danach werden die Fahrräder einfach auf die Schienen gestellt, mit den Greifarmen und Klemmen am Trägerbügel befestigt und die Räder mit den Felgenhaltebändern fixiert.

Wenn die Klemmen geöffnet (aufgeschraubt) sind, kann der komplette Greifarm einfach entfernt werden. Das hat mich echt begeistert! Wird der Bügel geschlossen, ist der Greifarm dann auch am Trägerbügel verriegelt. Die folgenden Seite aus der Anelitung von Thule veranschaulichen dies etwas besser:

Montage der Klemmen am Trägerbügel
anklicken zum Vergrößern

Fahrverhalten

So, der Träger ist voll bepackt mit 4 Fahrrädern (ein Holland-Damenrad, ein Herren-Trekkingrad & 2 Kinderräder [20″ und 18″]), also kann die Testfahrt starten. Nach einer kurzen Runde durchs Dorf kam mir das ganze allerdings recht „wacklig“ vor – also die oben erwähnte Stellschraube etwas fester eingestellt – bombenfest!

Allerdings habe ich in diesem Zusammenhang dann auch in der Anleitung nochmal die zulässigen Gewichte geprüft. Man ließt immer so schön von 60kg Zuladung und für E-Bikes geeignet. Allerdings erkennt man bei genauerer Betrachtung der Anleitung, dass hierfür einige Bedingungen gelten. Die zulässige Zuladung ist abhängig von der Stützlast der Anhängerkupplung.

Im neuen Fahrzeugschein findet ihr die Stützlast unter Punkt 13
Im neuen Fahrzeugschein findet ihr die Stützlast unter Punkt 13

Unten findet ihr die Tabellen mit den maximalen Zuladungen je nach zulässiger Stützlast aus der Thule Anleitung – wir hatten Glück und durften wirklich 60kg beladen. Das haben was wir übrigens mit den vier oben beschriebenen Fahrrädern (auch ohne E-Bikes) locker geschafft. (Unglaublich was Kinderfahrräder wiegen!)

Die zulässigen maximalen Zuladungen, abhängig von der Stützlast! (anklicken zum Vergrößern)
Die zulässigen maximalen Zuladungen, abhängig von der Stützlast! (anklicken zum Vergrößern)

Nachdem dann aber alles geklärt war und der Träger wirklich bombenfest auf der Anhängerkupplung angebracht war, ging es ein paar Tage später zur ersten „richtigen“ Testfahrt – knapp 600 km nach Binderup Strand in Dänemark.

Beim Schreiben dieses Beitrags sind wir bereits wieder zurück in der Heimat und sind somit ungefähr 1200 km mit dem Träger gefahren. Zum Fahrverhalten kann ich nur sagen, dass ich den Träger teilweise überhaupt nicht gemerkt habe. Natürlich ist das Auto etwas anfälliger bei Wind und die Reisegeschwindigkeit ist auf 130 km/h begrenzt aber ich hatte nicht einen Moment ein „mulmiges“ Gefühl. (Was ich von unserem alten Dachträger leider nicht behaupten kann!)

Mein persönlicher Tipp: Wenn ihr eine Warnfunktion für Winterreifen habt (dieses nette „Ping“ wenn ihr die eingestellte Geschwindigkeit überschreitet) – nutzt es! Ich hatte es auf 140 km/h eingestellt und es nicht bereut 🙂

Die Kippfunktion

Ein weiteres Highlight ist die Kippfunktion. Bisher hatten wir immer den Fahrradträger von Annas Eltern (für zwei Fahrräder), welcher starr auf der Anhängerkupplung angebracht war. Der Thule VeloCompact 927 verfügt über die Möglichkeit den gesamten Träger mit den Fahrrädern zu kippen. So kommt man noch an den Kofferraum ohne den kompletten Träger abmontieren zu müssen – extrem praktisch. Allerdings würde ich euch empfehlen den Träger beim Kippen gut festzuhalten wenn dort Fahrräder befestigt sind.

Nützliches Zubehör

Nach all diesen Informtionen zu dem Fahrradträger selbst möchte ich euch noch ein paar praktische Zubehörteile empfehlen.

Wandhalterung

Da wir in unserer Garage immer auch relativ viel „Kram“ lagern, aber trotzdem mit dem Auto noch in die Garage fahren möchten, musste eine Wandhalterung für den Fahrradträger her. Es gibt eine Wandhalterung von Thule, welche aber nur aus zwei „Armen“ besteht auf welche man den Träger dann aufschieben kann – naja. Wir haben uns für diese „Kugelkopfhalterung“ entschieden auf welcher der Träger einfach wie am Auto auch aufgesteckt wird. Die Halterung wird mit Dübeln und Schrauben geliefert und ist in 5 Minuten an der Wand angebracht. Für uns hat sie zwei ganz entscheidende Vorteile:

  • Sie ist sehr klein und nimmt wenig Platz weg, gerade wenn der Träger nicht daran befestigt ist.
  • Der Verriegelungshebel kann, wie am Auto auch, abgeschlossen werden und somit ist der Träger direkt vor „versehentlichem Mitnehmen“ etwas geschützt .
Die Wandhalterung ermöglicht ein einfaches Aufhängen des Trägers.
Die Wandhalterung ermöglicht ein einfaches Aufhängen des Trägers.

One-Key-System

Das zweite „Zubehörteil“ ist das One-Key-System von Thule. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit für alle Thule Schlösser neue Zylinder mit Schlüsseln zu bestellen (z.B. ein solches Set mit 8 Zylindern) um somit alles mit einem Schlüssel öffnen und schließen zu können. Bei uns sind es jetzt 2 Schlüssel (Träger + Zusatzschiene), daher lohnt es sich noch nicht. Sollte man aber zum Beispiel noch ein Dachträgersystem von Thule haben finde ich die Möglichkeit es auf einen Schlüssel umzurüsten extrem gut.

Fazit

Der Träger ist sehr gut verarbeitet und mit vielen kleinen sinnvollen Funktionen ausgestattet. Preislich ist der Träger nicht der günstigste, aber unserer Meinung nach sein Geld durchaus wert. Das Handling des Trägers ist sehr gut, alle Teile sind hochwertig und funktional. Wir würden uns auf jeden Fall wieder für diesen Träger entscheiden.

Pro:

  • einfacher Zusammenbau
  • solide verarbeitet
  • für 4 Fahrräder geeignet
    (mit Zusatzschiene)
  • sinnvolles Zubehör erhältlich

Contra:

  • hoher Anschaffungspreis
  • relativ schwer

Wir hoffen unser Praxistest gefällt euch und hilft euch vielleicht bei der Anschaffung eines Fahrradträgers. Wie immer freuen wir uns auf eure Kommentare und Fragen!




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