Familienkommunikation – aber sicher!

22. April 2019

Familienkommunikation – aber sicher!

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Wie vermutlich die meisten von euch kommunizieren (oder besser kommunizierten!) wir über WhatsApp untereinander. Sowohl Anna & ich als auch die Familiengruppen schrieben fleißig und verschickten Fotos. Dann kamen Anfang 2019 die Meldungen über WhatsApp und Werbung in die Medien. Ab sofort ist es WhatsApp möglich Werbung von Unternehmen an unseren Account zu versenden. Interessanterweise sind die Meldungen aber, zumindest in unserem Bekanntenkreis, recht schnell auch wieder „verpufft“. Ich habe mich jedoch auch aufgrund der letzten Datenskandale bei Facebook (zu denen ja auch WhatsApp gehört) nach einem alternativen Messenger umgesehen.

Warum wir nicht mehr auf WhatsApp kommunizieren

Nach all den Informationen in den Medien habe ich mir aktuell tatsächlich einmal die Nutzungsbedingungen von WhatsApp angeschaut. Folgende Dinge sind mir persönlich dabei aufgefallen, die mich Abstand von der „intensiven“ Nutzung nehmen lassen. Ich möchte dazusagen, dass ich kein Rechtsanwalt bin und hier nur wiedergebe wie ich diese Passagen verstehe. Falls ich mich irre oder ihr weitere Hinweise habt hinterlasst mir doch bitte einen Kommentar.

‚[…]stellst du uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp Nutzern und anderen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung[…]‘

Alle Kontakte in meinem Telefonbuch werden an WhatsApp übertragen, egal ob Sie WhatsApp nutzen oder nicht

‚Damit wir unsere Dienste betreiben und bereitstellen können, gewährst du WhatsApp eine weltweite, nicht-exklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Verbreitung, Erstellung abgeleiteter Werke, Darstellung und Aufführung der Informationen (einschließlich der Inhalte), die du auf bzw. über unsere/n Dienste/n hochlädst, übermittelst, speicherst, sendest oder empfängst. […]‘

WhatsApp erhält Lizenzrechte an allen Daten (u.a. Fotos) die wir versenden

‚WhatsApp muss einige Informationen erhalten oder erfassen, um unsere Dienste zu betreiben, anzubieten, zu verbessern, zu verstehen, zu individualisieren, zu unterstützen und zu vermarkten. Dies geschieht u. a. wenn du unsere Dienste installierst, nutzt oder auf sie zugreifst. Die Arten von Informationen, die wir erhalten und erfassen, hängen davon ab, wie du unsere Dienste nutzt. […]‘

Dieser Punkt unterteilt sich in den Nutzungsbedingungen noch weiter in 'Geräte- und Verbindungsdaten', 'Standort-Informationen', 'Cookies', 'Account-Informationen', 'Dein Netzwerk', etc. - im Endeffekt weiß WhatsApp wann ich wo war und mit wem kommuniziert habe, eventuell weitere Informationen aus den Adressbüchern anderer Personen, wenn bspw. jemand in seinem Adressbuch in meinem Kontakt meine Schuhgröße eingetragen hat.

Sei es wie es ist – inwieweit es einen stört, dass WhatsApp (Facebook) diese Daten hat muss jeder selbst entscheiden. Der für mich ausschlaggebende Grund gegen WhatsApp für die Kommunikation in der Familie ist die Gewährung von Lizenzrechten an den versendeten Daten (Fotos). Auch wenn die Daten mittlerweile Ende-zu-Ende verschlüsselt sind kann man sich einfach nicht sicher sein was im „Fall der Fälle“ doch alles für gesammelte Daten weitergegeben werden.

Viele Messenger am Markt – die Qual der Wahl?

Wenn man im Google PlayStore oder Apple AppStore nach Messengern sucht findet man eine Menge an Alternativen zu WhatsApp. Wir haben dann auch einige ausprobiert, Threema, Telegram, etc. – schlussendlich sind wir bei Signal gelandet und damit sehr zufrieden.

Warum Signal?

Signal kommt in einer schlichten Aufmachung daher und bietet (außer dem Status) alle Funktionen die auch aus WhatsApp bekannt sind – verschlüsselte Nachrichten, Gruppenchats, versenden von Fotos & Dateien – mal überlegen, das ist eigentlich auch schon alles was wir nutzen. In den Screenshots unten könnt ihr normale und Gruppenchats in beiden Messengern vergleichen.

HIER DAS VERGLEICHSBILD

  • Das bekannte Aussehen eines "normalen" und Gruppen-Chats bei WhatsApp
    Das bekannte Aussehen eines "normalen" und Gruppen-Chats bei WhatsApp

Signal wurde bereits von Edward Snowden empfohlen, da es sich um Open Source Software handelt. Open Source bedeutet, dass der Quellcode öffentlich zur Verfügung steht und von „jedem“ kontrolliert werden kann. Okay, wahrscheinlich kann nicht jeder den Quelltext lesen, geschweige denn verstehen – aber es gibt auf der Welt genug Menschen die dies können und auch tun. Des Weiteren wird die Ende-zu-Ende Verschlüsselungstechnik sogar von anderen Messengern, wie bspw. WhatsApp verwendet (was nicht bedeutet, dass er nicht verändert wurde).

Nach allem was ich im Internet über Signal gelesen habe kann ich diesen nur weiterempfehlen, falls ihr weitere Informationen sucht kann ich euch diese Artikel empfehlen:

Der Haken an der Sache

Natürlich gibt es – wie fast überall im Leben – einen kleinen Haken! Natürlich haben wir auch weiterhin WhatsApp installiert, ist ja leider nicht anders möglich, es sei denn man kann auf die Kindergarten-, Schul-, Fußball-, Arbeitskollegen-, etc. -Gruppen verzichten. 🙁

WhatsApp lebt wirklich vom – Achtung Wortspiel – Gruppenzwang. Durch die extrem hohen Benutzerzahlen kann man sich dem nicht gänzlich verschließen. Man kann nur versuchen möglichst viele Menschen von Signal zu erzählen und die Gruppen dorthin zu verlagern. Also für alle die uns privat kennen und unsere Handynummern haben – installiert euch Signal! 🙂

Signal – Sicherer Messenger
Signal – Sicherer Messenger
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁


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