Berlin – ein schöner Wochenendtrip (auch kulinarisch)

Durch diverse Bücher und CDs zum Thema „Eisenbahn“ waren die Kinder ganz versessen darauf einmal mit dem Zug zu fahren. Hierdurch kamen wir auf die Idee ein Wochenende nach Berlin zu fahren und die Hauptstadt ein wenig zu erkunden. Wir konnten diese Reise frühzeitig planen. Also prüften wir immer wieder die Verfügbarkeit von Sparpreistickets mit dem SparpreisFinder auf der Webseite der Deutschen Bahn. Wir fanden dann Tickets für uns alle 4 für ungefähr 120€ (Hin- & Rückfahrt sogar in der 1. Klasse). Also kauften wir die Tickets für den von uns gewählten Zeitraum (Freitag bis Sonntag) und suchten uns ein Hotel, glücklicherweise hatte Anna für uns ein Hotel mit Stornierungsmöglichkeit gebucht! Eines Abends suchte Anna nochmal „einfach nur so“ nach Hotels in Berlin und fand auf einmal das Meininger Hotel Tiergarten. Zum Zeitpunkt der Suche war das Hotel noch nicht eröffnet, aber für den Zeitpunkt unserer Reise war die Eröffnung geplant. Bei einer weiteren Recherche fanden wir dann direkt auf der Webseite des Hotels ein super Eröffnungsangebot. Also wurde das Meiniger Hotel gebucht und das andere Hotel storniert.

Die Reise geht los

Die Reise geht los

Am Freitag Mittag nach der Schule ging es dann los. Die Sachen waren gepackt und es ging zum Bahnhof nach Hamm (Die Stadt der Zugteilung). Wir sind direkt in das hinter dem Bahnhof gelegene Parkhaus gefahren und haben dort glücklicherweise noch einen Parkplatz bekommen. Solltet ihr einmal von Bahnhof Hamm losfahren plant etwas Zeit für die Parkplatzsuche ein, wir hatten wirklich Glück noch einen Parkplatz zu bekommen.

Im Bahnhof wurde dann schnell beim Bäcker noch etwas Verpflegung für den Zug besorgt und dann ging es hoch zum Gleis. Wir hatten noch etwa 15-20 Minuten bis unser Zug eintreffen sollte. Die Kinder kannten das ganze Prozedere am Bahnhof noch nicht. Wir hörten also in diesen Minuten bei jedem einfahrenden Zug (egal auf welchem Gleis und aus welcher Richtung) – „Ist das unser Zug?“ – wer wollte es Ihnen verdenken. Bei den Kindern stieg auf jeden Fall mit jeder vergehenden Minute die Anspannung.

Als dann unser Zug einfuhr packten wir die Kinder und Koffer und stiegen in unseren Waggon. Nachdem wir unserer Plätze gefunden hatten wurde dann direkt alles in Beschlag genommen. Schön war es das ganze mal mit Kinderaugen zu sehen. Was für uns völlig normal und alltäglich war – ein Tisch im Zug – war für die Kinder das achte Weltwunder :-). Die weitere Fahrt war recht unspektakulär, die Schaffner waren sehr nett und für die Kinder gab es spezielle Kinderfahrkarten und einen Gutschein um sich im BordBistro eine Wundertüte abzuholen. Also wurde erstmal der Zug bis zum Bistro erkundet und die Wundertüte abgeholt. Diese beinhaltete Malstifte, Ein Malbuch und einen Spielzeug-Zug – eine sehr gute Hilfe um die Fahrt wirklich kurzweilig zu halten.

Ankunft in Berlin

Ankunft in Berlin

Bei dem Trubel im Berliner Hauptbahnhof sahen wir zu mit den Kindern und dem Gepäck erstmal zu einem Ausgang zu kommen. In der Vorhalle gingen wir dann zur Berlin Tourist Info (Ausgang Europaplatz) um uns dort die Berlin WelcomeCard zu kaufen. Mit dieser konnten wir öffentliche Verkehrsmittel das Wochenende nutzen (weitere Infos zu der Welcome Card findet ihr hier).

Auf zum Hotel

Die Abfahrtszeiten der Busse sind wirklich gut abgestimmt und wir mussten nur ein paar Minuten warten bis ein Bus in die richtige Richtung (Texel) fuhr. Unser Bus war (leider) der Bus Richtung Flughafen und mega voll. Wir hatten ein sehr schönes sonniges Wochenende erwischt, daher waren wir auch froh als wir nach ~10 Minuten unsere Haltestelle Turmstraße erreicht hatten und den Bus wieder verlassen konnten. Von der Haltestelle konnte man das Hotel schon sehen, also war der verbleibende Weg zu Fuß nicht der Rede wert. Im Hotel selbst war das Personal sehr freundlich und locker, das einchecken war problemlos und schnell erledigt und wir konnten unser Zimmer beziehen.  

Unser Zimmer war klein aber sehr schön (war zu dem Zeitpunkt auch erst max. 1 Monat alt). Wir hatten ein Doppelbett und daneben ein Hochbett im Industrie-Style. Generell war es sehr stylisch eingerichtet. Für einen Wochenendaufenthalt mit 4 Personen war das Zimmer von der Größe her okay. Gerade da wir ein sehr schönes Wochenende mit sommerlichen Temperaturen erwischt hatten wollten wir ja sowieso nicht zu viel Zeit im Zimmer verbringen. Insgesamt hat uns das Hotel sehr gut gefallen, es war eine gute Mischung aus Familien und Backpackern – insgesamt ein eher jüngeres Publikum. Das Frühstück war auch gut, recht schnörkellos ohne wahnsinnig viele Extras, aber alles was man brauchte war vorhanden und das Preis-/Leistungsverhältnis war super. Und für Familien ein super Plus, dass der kleine Tiergarten mit einem schönen Spielplatz im Ostteil direkt gegenüber liegt.

 

Arminiusmarkthalle

Zahlreiche Möglichkeiten für einen kleinen Snack finden sich in der Arminusmarkthalle, nur ca. 10 Minuten zu Fuß vom Hotel.  Am Ende hat es uns dann zu einem kleinen Stand Namens „The Poutine Kitchen“ verschlagen. Poutine ist ein sehr beliebtes Streetfood in Canada und besteht aus Steak-Pommes, Cheese curds (Käsestücke) und Bratensoße. Okay, wenn ich das jetzt so schreibe hört es sich schon gewöhnungsbedürftig an. Aber ich hatte eine Variante mit Pulled Pork (zusätzlich) und fand es wirklich sehr lecker! Ihr solltet es auf jeden Fall mal probieren.

 

Poutine mit Pulled Pork
Poutine mit Pulled Pork
Sightseeing Berlin

Sightseeing Berlin

Der Samstag stand uns komplett für Berlin zur Verfügung und somit wollten wir den Tag für Sightseeing nutzen. Natürlich hatten wir uns vorher bereits einen Plan überlegt was wir uns alles anschauen wollten. Planung und Realität klafften an diesem Wochenende aber kilometerweit auseinander. Aber lest selbst…

Unsere erste Station sollte der Reichtstag sein, also mit der U-Bahn erstmal zum Hauptbahnhof. Soweit kein Problem, aber dann ging es los. Wir suchten 10 Minuten nach der Straßenbahn zum Reichtstag, bis wir endlich ein paar sehr freundliche DB-Mitarbeiterinnen fragten. „Die Straßenbahn fährt aktuell nicht“ – irgendwas mit der Strecke, Reparaturen oder so – erfuhren wir. Aber es ist kein Problem den Reichtstag zu Fuß zu erreichen.

Prinzipiell kein Problem, laut Google Maps etwa 12 Minuten Fußweg, über die Spree und durch den Spreebogenpark. Das Ganze bei sommerlichen Temperaturen – ein Klacks. Allerdings hatten die Kinder nicht wirklich Lust auf eine Wanderung, was Sie uns auf der Hälfte der Strecke leider spüren ließen. Also ging es teilweise auf den Schultern getragen oder im Schneckentempo weiter zum Reichstagsgebäude.

1. Station - Reichstagsgebäude

Das Reichstagsgebäude

Dort angekommen standen wir nun umzingelt von unzähligen anderen Touristen und einer riesigen Warteschlange. Diese stand allerdings für den Kauf von Karten an. Anna hatte diese aber bereits im Vorfeld auf der offiziellen Seite gekauft und einen Besuchstermin für die Dachterrasse und die Kuppel eingetragen. Wir gingen also direkt zum Eingang und fragten kurz nach ob wir vielleicht bereits den Einlass 15 Minuten vorher nutzen können. So konnten wir also direkt an den Leuten vorbei in den Wartebereich und wurden mit der nächsten Menschenmasse zur Dachterrasse und Kuppel gebracht.

Mittlerweile war die Stimmung auch wieder gut und wir alle genossen den herrlichen Ausblick und die sommerlichen Temperaturen auf der Dachterrasse. Wenn ihr in Berlin seid, lohnt sich dieser Besuch auf jeden Fall – aber bitte mit zuvor reserviertem Termin!

 

Nachdem wir das Reichstagsgebäude wieder verlassen hatten, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Brandenburger Tor. Wir merkten aber schnell, dass die Bereitschaft zu Fuß zu gehen, ausgereizt war und daher wollten wir mit dem Bus der Linie 100 weiter. Die Linie fährt an vielen markanten Punkten bzw. Sehenswürdigkeiten vorbei und so war das unsere geplante Alternative zu den meist recht teuren „Hop On Hop Off“ Touren. Es gab nur ein „kleines“ Problem. Es war der 13. Oktober 2018 – an diesem Tag fand die Unteilbar Demo statt. 242.000 Menschen demonstrieren in der Berliner Innenstadt. Leider legte dies so ziemlich den gesamten Busverkehr lahm. Irgendwann hatten wir Glück und es kam doch noch ein Bus vorbei. Wir fuhren bis zur nächsten größeren Station, in diesem Fall der Bahnhof Zoo mit und begegneten dort auch noch der riesigen Menschenmenge auf dem Weg zur Demonstration. Auch ein ganz witziges Erlebnis, da es teilweise recht skurrile Leute in schrillen Outfits waren. Dieses Bild setzte sich während der Fahrt mit der U-Bahn fort. Ein weiteres Highlight für die Kinder, waren die zahlreichen Straßenmusiker an den U-Bahn Stationen und in den Zügen. Ella wünschte sich so sehr, dass einer der Musiker den Titelsong von Yakari anstimmte, aber dieser Wunsch blieb leider unerfüllt 😉 . Andere Kulturen, Weltanschauungen und Lebensstile begegneten uns an diesem Tag also in Hülle und Fülle – eine praktische Lehrstunde in Sachen Weltoffenheit und Toleranz, was will man mehr für seinen Nachwuchs… 

Ein Abstecher ins KaDeWe und ein kulinarisches Highlight am Abend

Ich war zu dem Zeitpunkt zwar schön öfter in Berlin (damals aber immer beruflich) und doch hatte es noch nie ins KaDeWe geschafft, also war das unser nächstes Ziel.

Schnell war die richtige U-Bahn rausgesucht und wir machten uns auf den Weg zum KaDeWe. Dort haben wir uns dann ein wenig umgesehen und die Kinder durften sich eine Kleinigkeit in der Spielwarenabteilung aussuchen. Das KaDeWe war auf jeden Fall beeindruckend und hatte natürlich einige Bereiche, die man nicht in jedem Kaufhaus findet. Als Beispiele seien nur Apple, Teufel Lautsprecher, etc. erwähnt 🙂 . 

Bereits auf der ersten Busfahrt zum Hotel hatten wir das nepalesische Restaurant „Der Everest“ entdeckt. Dies wollten wir einmal austesten, da wir vorher noch nicht beim Nepalesen waren.

Das eher unscheinbare Restaurant verfügt über einige Tische an der Straße und einen Innenbereich. Wir entschieden uns trotz der sommerlichen Temperaturen für den Innenbereich, wo zu diesem frühen Zeitpunkt (~19 Uhr) noch alle Tische frei waren. Ein erster Blick auf die Karte eröffnete das erste Highlight für die Kinder – Bananenmilchshake. Die Kinder waren total happy zum Abendessen einen Milchshake zu bekommen. Wir suchten uns in der Karte also erstmal Gerichte aus, die wir alle noch nicht kannten. RISIKO 😉

Aber – es hat sich gelohnt! Wir hatten zum Beispiel Chicken Korma oder auch Chicken Tikkamasala und können den Everest nur wärmstens weiterempfehlen – Essen, Service und Preis-/Leistungsverhältnis waren top. 

Nepali Food von "Der Everest" in Berlin
Der Abschied naht

Der Abschied naht

aber vorher wollen wir noch etwas berlin erkunden

Da am Montag der erste Ferientag war hatten wir für die Rückfahrt natürlich einen recht späten Zug gebucht. Somit konnten wir den Sonntag noch für einen weiteren Ausflug nutzen. Nachdem wir ausgecheckt hatten haben wir unser Gepäck im Gepäckraum des Hotels verstaut. Ein letzter Besuch des Spielplatzes im kleinen Tiergarten durfte natürlich nicht fehlen. Danach holten wir dann unsere Koffer und fuhren mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof. Dort verstauten wir schnell unser Gepäck in den Schließfächern und machten uns auf zu unserer letzen angepeilten Station – dem Flohmarkt im Mauerpark. Hier konnten wir den Tag mit dem Bummeln über dem Flohmarkt und ein paar Snacks und Getränken ausklingen lassen. Das Beste war die „alternative Biergartenstimmung“, die den ganzen Flohmarkt an diesem sonnig warmen Sonntag ausmachte. 

Gegen Abend ging es dann fix & fertig zurück zum Bahnhof. Das Gepäck aus den Schließfächern geholt, kurz auf den Zug gewartet und dann entspannt nach Hause. Das Wochenende war trotz einiger ungeplanter Strapazen super und Berlin auf jeden Fall immer wieder eine Reise wert.

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